Technik
Warum wir beim Windows-Programm geblieben sind
Von TaylorCom Softwareentwicklung Lesezeit: 6 Minuten
Seit Jahren wandert Software in den Browser. Wir entwickeln unsere Programme weiterhin als Windows-Anwendungen, die auf dem Rechner des Kunden installiert werden. Das ist eine bewusste Entscheidung, keine Bequemlichkeit – und sie hat vier technische Gründe.
1. Hardware am Kassenplatz
Ein Kassenplatz ist kein Arbeitsplatz mit Tastatur und Maus. Dort hängen Bondrucker, Kassenlade, Scanner, Kundendisplay, Kartenterminal und die technische Sicherheitseinrichtung – meist über USB oder serielle Schnittstellen.
Ein Programm, das direkt auf dem Rechner läuft, spricht diese Geräte unmittelbar an. Eine Browser-Anwendung braucht dafür Zusatzkomponenten, die wiederum lokal installiert und gepflegt werden müssen. Der Umweg bringt also genau das zurück, was man vermeiden wollte.
2. Geschwindigkeit bei vielen Positionen
Beim Kassieren zählt die Reaktion zwischen Scan und Anzeige. Liegt die Artikeldatenbank lokal, dauert das Millisekunden – unabhängig davon, wie viele Artikel Sie führen und wie die Leitung gerade läuft.
Spürbar wird der Unterschied nicht beim einzelnen Verkauf, sondern bei großen Vorgängen: Wareneingänge mit hunderten Positionen, Inventurerfassung, Auswertungen über mehrere Jahre.
3. Unabhängigkeit vom Netz
Ein lokal installiertes Programm arbeitet weiter, wenn die Internetverbindung ausfällt. Für einen Laden, dessen Umsatz am Kassenplatz entsteht, ist das kein Komfortmerkmal, sondern Betriebssicherheit.
4. Daten im eigenen Haus
Artikelstamm, Kundenhistorie und Verkaufsdaten liegen auf Ihrem Rechner oder Ihrem Server, nicht bei uns. Das vereinfacht Datenschutzfragen und beantwortet die Frage, was passiert, wenn der Hersteller einmal nicht mehr da ist: Ihre Daten bleiben lesbar, weil sie in einer offenen Datenbank liegen.
Wo eine Desktop-Anwendung im Nachteil ist
Damit das Bild vollständig ist – es gibt Punkte, bei denen Browser-Anwendungen klar vorn liegen:
- Zugriff von unterwegs. Wer vom Sofa aus Zahlen sehen will, hat es mit einer Weboberfläche leichter. Dafür braucht es bei uns einen Fernzugriff.
- Viele Standorte. Bei einem Dutzend Filialen mit zentraler Verwaltung spielt die Cloud ihre Stärken aus.
- Updates. Im Browser aktualisiert der Anbieter zentral. Bei installierter Software muss das Update eingespielt werden – dafür entscheiden Sie, wann.
- Betriebssystem. Unsere Programme brauchen Windows. Wer im Laden mit Tablets arbeiten möchte, ist bei uns falsch.
Diese Punkte sind real. Wir halten sie nur für weniger gewichtig als Hardwarezugriff und Ausfallsicherheit – jedenfalls für die Betriebe, mit denen wir arbeiten: Einzelhandel, Handwerk und Großhandel mit einem bis einer Handvoll Standorten.
Was das praktisch bedeutet
Sie brauchen keinen besonderen Rechner, ein handelsüblicher Windows-PC genügt. Sie brauchen eine Datensicherung, weil die Daten bei Ihnen liegen. Und Sie brauchen jemanden, der bei einem Hardwaretausch unterstützt – das sind wir.
Fazit
Die Entscheidung für das installierte Windows-Programm ist eine Entscheidung für direkten Hardwarezugriff, lokale Geschwindigkeit und Unabhängigkeit – erkauft mit etwas weniger Bequemlichkeit bei Updates und Fernzugriff. Für den stationären Handel halten wir diesen Tausch für richtig. Wenn Sie wissen möchten, ob das für Ihren Betrieb zutrifft: fragen Sie uns.
